Fragen   & Antworten   - zu unseren   Adebaren

Storchen-Notfall:

1.Meldung an die Polizei / Tel.117

(Die Polizei informiert den Wildhüter der Region)

2. Den verletzten Storch, mit Abstand sichern (Achtung spitzer Schnabel, es ist ein Wildtier!) - Hunde anleinen.

(In Arbeit !)

Da ich kein Ornitologe oder Wissenschaftler bin, hoffe ich doch, dass ich Euch einige Fragen aus dem Storchenleben beantworten kann.

Steckbrief : Weißstorch

Übergreifende Merkmale:

*   Der Weißstorch gehört zu der Familie der Schreitvögeln.

 

Gestalt & Aussehen:

*    Der Weißstorch ist ein großer weißer Vogel, mit schwarzen Arm- und Handschwingen.    Mit einem langen spitzen roten Schnabel und roten Beinen. Die Füsse haben 3 Zehenglieder und ein Fersenglied mit starken Krallen.

*   Der Jungstorch hat einen grauen Schnabel und grau leicht rötliche Beine.

 

Grösse & Gewicht:

*   Vollaufgerichtet bis zu 150cm

*   ca.3.5 bis 4kg.

 

Flügelspannweite:

*   bis zu 200cm

*  Der Ersatz der Federn erfolgt nach und nach, damit nicht zu grosse Lücken entstehen. Die Erneuerung erfolgt zur Brutzeit, wenn der Storch am wenigsten von den Flügeln Gebrauch machen muss. 

 

Schnabellänge:

*  ca.15-20 cm

 

Mögliches Alter:

*   Störche können bis zu 33 Jahre alt werden und sind sehr standorttreu. Sie kommen über viele Jahre immer wieder zum gleichen Nest zurück. 

 

Nahrung:

*   Mäuse, Maulwürfe, Ratten, Regenwürmer, Schnecken,I nsekten, Reptilien, Blind-       schleicher, Frösche, Fische, auch zum Teil die eigene Küken ,wenn sie krank oder      überzählig (schlechtes Nahrungsangebot) sind.

 

 Nahrungsverbrauch:

*   10% des Lebensgewicht = 300-400gr.

 

Männchen oder Weibchen:

*   schwer feststellbar

*   Männchen eher grösser als Weibchen

 

Gelege:

*  3-5 weisse Eier

 

Brutdauer:

*   32-35 Tage

 

Zugsgebiet:

*   OST-Route = Hauptroute / über Polen, Ungarn, Türkey, Israel, Ägypten, Sudan, Südafrika

*   WEST-Route = Holland, Belgien, Schweiz, Frankreich, Spanien, von da über die Meerenge von Gibraltar, Westafrika von Marokko, Senegal bis zum Tschadsee und zum Teil bis Südafrika. Doch die meisten verbringen den Winter nur in Spanien.

*   Weißstörche sind von Süd- über Mittel- bis Osteuropa zu Hause. Sie sind aber nicht mehr so weit verbreitet wie früher, sondern kommen nur noch in einigen Regionen vor, weil sie immer weniger geeignete Lebensräume finden.

*   Zum Leben und zum Überleben, brauchen sie feuchte Wiesen mit Teichen, Weihern und Baumgruppen oder Sümpfe. Wälder meiden sie.

*   Alle Störche fliegen lieber über Land und vermeiden es, große Strecken über dem Meer zu fliegen. Das liegt daran, dass sie nur über Land mit Hilfe der warmen Aufwinde im Energie und Kraft sparenden Segelflug dahin gleiten können.

Der Weißstorch ist ein Segelflieger, der zum Zug warme Aufwinde (Thermik) nutzt. Da aber über dem Wasser keine Thermik entsteht, umfliegt der Weißstorch das Mittelmeer, um nach Afrika zu gelangen.

*   Einige Störche legen bis zu 10 000 Kilometer zurück, und zwar zweimal im Jahr! Für diese Strecke benötigen sie ein bis anderthalb Monate.

Mittlere-Route = Nur wenige Störche nehmen die mittlere Zugroute über Italien nach Tunesien.

 

Feinde:

*   In erster Linie der Mensch (Abschuss in den südlichen Ländern), gefolgt von Hund,    Fuchs, und grösseren Greifvögel.

 

Fluchtdistanz:

*   In der Natur von uns Menschen - ca. 50Meter (Bitte Hunde an der Leine führen)

Fragen & Antworten

Wie gross ist ein Storchenei ?

Ein Storchenei ist kaum doppelt so gross wie ein Hühnerei. 

Wie schwer ist ein Storchenküken?

Ein junger Storch wiegt beim schlüpfen ca.70 Gramm. In zwei Monaten - bis Mitte August, frisst er sich runde

4 Kilogramm an und fliegt dann, zusammen mit weiteren Jungstorche in den Süden. Dort bleibt er vier Jahre. Erst wenn er geschlechtsreif geworden ist, fliegt er zurück in europäische Gefilde, um zu brüten. 

Wo leben Störche ?

 Den Weißstorch kann man in fast ganz Europa sehen, außer in Skandinavien und England. Sonst trifft man ihn als Brutvogel bis nach Russland an. 

Wie erjagt sich der Storch seine Beute?

Der Storch schreitet über die Wiese und wenn er was erspäht, stößt er blitzartig mit dem Schnabel auf seine Beute herab. Er kann aber auch  - wie ein Reiher - mit angewinkelten Beinen an einem Mauseloch lauern und dann plötzlich zustoßen. In seichten Gewässern durchschnäbelt er das Wasser nach etwas Fressbaren.

Der Weißstorch ernährt sich ausschließlich von Kleintieren wie Regenwürmern, Insekten, Fröschen, Mäusen, Fischen und auch Aas. Er ist auf keine Nahrung spezialisiert, sondern frisst die Beute, die häufig vorhanden ist.

Wann kommen die Störche wieder zu uns zurück ?

Im Frühjahr (Ende Februar bis April), kommen die Störche aus ihren Winterquartieren zurück an ihre Nistplätze, die sie Jahr für Jahr wieder benutzen und mit Zweigen und Ästen weiter ausbauen. So  entstehen im Laufe der Zeit mächtige, hohe Horste - so werden die Nester genannt - die bis zu eineinhalb Meter hoch und breit werden können.

Wie verständigen sich die Störche untereinander ?

*  Vor allem durch "Klappern" mit dem Schnabel. Daher auch der Begriff Klapperstorch.

*  "Geklappert" wird zur Begrüßung des Partners am Nest und zur Verteidigung gegen Nestkonkurrenten.

*  Wenn die Störche miteinander flirten, wird auch laut "gemeinsam geklappert".

Bei Gefahr für die Jungstörche lässt der Altstorch ein "Klick Geräusch" - ("Tack-Tack-Tack ...") hören (wie bei einem Elektrozaun) und die Jungen verschwinden blitzartig in der Tiefe des Horstes und stellen sich sofort tot, erst wenn die Warnung beendet ist, ist tauchen sie wieder auf.

*  Beim Futter betteln "wimmern" die Jungstörche wie wir es von junge Katzen kennen..
 

Wann paaren sich die Störche ?

Im April legt das Weibchen im Abstand von zwei bis drei Tagen drei bis fünf weiße Eier. Nach etwa 32 Tagen schlüpfen dann die Jungen, die bis zu 68 Tage im Nest bleiben. Beide Eltern kümmern sich rührend um den Nachwuchs.

Wann werden die Jungstörche "flügge" ?

Im Juni oder Juli werden die ersten Jungen "flügge" und verlassen das Nest, um langsam auf eigen Beinen zu stehen. Sie müssen schnell selbstständig werden (hüpfen und flattern auf dem Horst), denn ab Ende Juli bis Mitte August, werden die Flügel ganz weit ausgebreitet, um die erste große Reise gegen Süden anzutreten. Ab August und September machen sie sich auf in ihre Winterquartiere im tropischen Afrika südlich der Sahara.

Wann "verlassen" uns die Störche ?

Der Flug in Richtung Süden wird meist Mitte bis Ende August angetreten, wobei die Jungstörche ein bis zwei Wochen früher als die Altvögel starten. Der Rückflug beginnt in Afrika Mitte Februar, die Rückkehr erfolgt meist Anfang März bis Anfang April.

Wo überwintern unser Störche ?

Eine zunehmende Anzahl westziehender Störche aus Mitteleuropa verkürzt die Reiseroute und verbleibt für den Winter auf der Iberischen Halbinsel und in Nordafrika, wo sich die Tiere im Bereich menschlicher Ansiedlungen aufhalten und ihre Nahrung vor allem an Mülldeponien finden. 

Wenn von den Weißstörchen, mehr auf der Iberischen Halbinsel verbleiben, so ziehen die übrigen nach Marokko und ein winziger Teil nach Mali.

Immer wieder verbleiben Störche auch über die Winterzeit in ihren Sommerstandorten. Bisher handelte es sich dabei in den meisten Fällen um "aus gewilderte" Tiere, die auf Grund von Verletzungen, an den Menschen gewöhnt waren und ein gestörtes Zugverhalten aufwiesen, daher war oft eine Hege und Pflege dieser einzelnen Tiere auch weiterhin über den Winter notwendig.

Zur Zeit werden aber auch bei uns echte Überwinterer beobachtet. Ein Storch kann bis zu -12 Grad Celsius problem-los überleben, wenn er ein tägliches Futteangebot von ca. 500gr in der Natur findet. Bei Schnee und Eis bleiben die Mäuse und Würmer im Boden und sind für den Storch nicht erreichbar. So bleibt ihm nichts anderes übrig, als  Kurzstreckenzieher nach Südwesten in ein bisschen wärmeres Gebiete zu ziehen. Das Risiko dass er bei einen grossen Kälteeinbruch nicht überlebt ist natürlich sehr gross. Für lange Flüge fehlt im jetzt die Thermik vom Sommer und für die nötigen Flügelschläge fehlt jetzt in der Kälte die Energie im Form von Futter.

Was muss ich machen, wenn ich einen verletzten Storch finde?

Storchen-Notfall:

1.Meldung an die Polizei / Tel.117

(Die Polizei informiert den Wildhüter der Region)

2. Den verletzten Storch, mit Abstand sichern (Achtung spitzer Schnabel, es ist ein Wildtier!) - Hunde anleinen.

Bei uns in der Schweiz ist der 1. Ansprechpartner immer die Polizei. Die Polizei bietet dann den Wildhüter der betreffenden Region auf, sich um das verletzte Tier / Vogel zu kümmern. Der Wildhüter entscheidet an Ort, ob er das Tier / Vogel erlösen muss, oder er organisiert den Transport an eine geeignete Pflegestation (z.B. Tierrettungsdienst, Greifvogelstation, Tier UNI-Klinik).

Beim Storch ist der Entscheid schwierig, da er ein Wildvogel ist und die Haltung in einem Katzen-Hundeheim sehr schwierig ist. Es ist gesetzlich nicht mehr erlaubt, ein Wildtier Privat ohne Bewilligung der Behörde zu transportieren, pflegen oder aufzuziehen. Auch sind die meisten Storchensiedlungen nicht mehr dafür eingerichtet.