„Näher mein Gott zu Dir ... „

Dielsdorfer Seniorinnen & Senioren besuchen das Kloster Einsiedeln.
 

Kürzlich traf man sich noch beim Orgelbauer "Kuhn", in Männedorf - und jetzt, - eine Stipp-Visite im Kloster Einsiedeln. Das konnte ja nur ein positives Erlebnis werden.


Ein lauer Spätsommertag. Blauer Himmel, kein Wölklein weit und breit. Das Wetter wie aus dem Bilderbuch. Auf dem „Schäferareal“ (Mittelpunkt von Dielsdorf), wartete ein grosser und komfortabler Reisebus auf 56 Seniorinnen und Senioren. Die Reise führte uns nach Einsiedeln, - aber eben nicht zu Fuss auf dem Jakobsweg, - sondern von Dielsdorf aus, mit der modernsten und neuster Fahrtechnik.
 

 Für uns Seniorinnen und Senioren in Dielsdorf, reicht ja schon das alltägliche „Pilgern zu Fuss“ mit vollem Handeinkaufswagen, von der Migros oder dem Coop, den Berg hinauf bis zu unseren Wohnungen, ganz nach dem Motto:
 

                                                                                      „Ora et Labora“ //„beten und arbeiten“
 

                                                                                    (Beten - dass uns die Gemeinde hört - (Busbetrieb))
 

 Einsiedeln ? ... ist nicht nur ein schönes Dorf mit den berühmten Backspezialitäten (Schafböcke u.s.w), sondern auch ein Pilgerort mit einer wunderschönen Klosterkirche. Dazu gehört auch ein Gymnasium und ein Priesterseminar. Ebenfalls betreibt das Kloster eine berühmte Pferdezucht. Auch führt der bekannte "Pilger-Jakobsweg" an diesem Wallfahrtsort vorbei.

 Ebenfalls auf der Südseite (rechte Seite Hauptportal) ausserhalb des Klosters befindet sich ein Kreuzweg mit allen Stationen von „Christi Leiden“ (alles am Bach entlang auf den Meinradsberg)
 

 Viele Leute haben sicher schon vergessen, dass 1984, noch in meiner Berufszeit, auch Papst "Johannes Paul II" in Einsiedeln zu Besuch war.

 

... Für mich, eine Episode die ich nicht vergessen kann. Wir machten Filmaufnahmen für das Fernsehen vom Besuch des Papstes im Spital Einsiedeln, dann aber - beim zurücklaufen vor dem Papst - stolperte ich über ein "Gipsbein" eines Patienten. Papst Johannes Paul II hat mich mit einem liebevollen Klaps auf die Schulter wieder beruhigt und unsere Arbeit konnte weitergehen.
 

 Laut den Angaben unseres Benediktiner Mönchsführers, entstand das Kloster einer eher gruseligen Geschichte. Ein Emerit (Einsiedler) - der hl.Meinrad, Mönch des Inselklosters Reichenau - wollte sich in den damaligen (schwarzen) dunklen Wald in eine Einsiedelei zurückziehen. Bekam aber Besuch von zwei „bösen“ Gestalten, die er gastfreundlich bewirtet hatte. Nun, es geschah was es auch heute immer noch gibt – die zwei Verbrecher erschlugen den Eremit und flüchteten nach Zürich. Immer verfolgt, von den zwei schwarzen Raben des Eremiten, die mit lauten Gekreisch die Gesetzeshüter, auf die Untat der beiden aufmerksam gemacht hatten. Deswegen bekamen die zwei Raben ihren Platz, auf den Wappen von Gemeinde und Kloster.

Am Tatort selbst bauten dann weitere Emeriten eine Kapelle (Gnadenkapelle) zum Gedenken an den Mönch Meinrad. Später gründeten die Benediktiner ein Kloster um die Kapelle. Leider wurde sie in der Zeit der Franz. Revolution zerstört und abgebrannt. Danach entstand das heutige Kloster Einsiedeln, mit der wieder aufgebauten Kapelle. Dieses Haus Gottes steht heute mitten in der wunderschönen riesengrossen Klosterkirche, und beherbergt die „schwarze Madonna“. Übrigens, - "schwarz" wurde sie, infolge der Jahren vom Kerzenruss und dem Zahn der Zeit.


Leider durfte in der Kirche keine Photoaufnahmen gemacht werden, so bleibt ihnen nichts anderes übrig als diese wunderschöne Kirche, mit diesen liebevollen Engelchen und dem unbeschreiblich schönen Kirchenhimmel stundenlang zu geniessen. Einziger Wermutstropfen – die Nackenmuskulatur - wird sich am nächsten Tag unangenehm zu Wort melden. Einen Liegestuhl gibt es leider nicht, aber vielleicht hilft ein Spiegel. Aber keine Sorge – wir Dielsdorfer haben ja im Spital eine neue Physiotherapie bekommen.

Bei einem Besuch des Kloster Einsiedelns durfte natürlich die Stiftsbibliothek nicht fehlen. Das war das zweite Highlight unserer Führung. Diese vielen wertvollen, alten und dicken Bücher, alle von handgeschrieben, zeigten einen kleiner Einblick ins frühere Klosterleben.
 

 Den grossen Einblick in das Leben der "Benediktiner Mönche", blieb uns leider verborgen. Nur wenige Infos sickerten bei unserem Führer durch. Die Überalterung, die Anzahl der Mönche. Heute ca.60 früher über 100.
 

 Nach diesem interessanten Rundgang machten sich unsere 56 Seniorinnen und Senioren wieder auf unseren unbeschwerlichen Heimweg nach Dielsdorf.
 

Mein Fazit: Einsiedeln ist immer wieder einen Besuch wert.
 

Text & Foto: Werner Fahrner, Dielsdorf //www.foto-wefa.com