Meister Adebar's Ferienträume

Text: Werner Fahrner, Dielsdorf  / Foto: www.foto-wefa.com

 

Die Sommerferien sind schon bald vorbei und tausende Menschen sind wieder aus dem heissen Süden in den eher kühleren Norden zurückgekehrt.

 

Nun - jetzt langsam kommt auch bei uns Störchen, die grosse Unruhe auf, sich mit der Reise in die Wärme - sprich Winterquartier zu beschäftigen. Das Futter ist zwar immer noch wie im Schlaraffenland reichlich vorhanden, aber die mageren Monate stehen vor der Türe.

 

Jedes Jahr, ab Mitte August versammeln sich, die noch vor kurzer Zeit „grau-schnäbligen“ und noch ohne den bekannten roten Socken ausgerüsteten Jungstörche, zum gemeinsamen Flug in den Süden. Sie folgen einem inneren Trieb, dem Futterangebot nachzufliegen. Die Erwachsen Vögel machen sich erst einen Monat später auf die gleiche Reise.

 

Das „Angebot“ im Reisebüro, geht von den Müllhalden und Reisfeldern in Spanien und Südfrankreich bis nach Gibraltar - am Ende von Europa - Nordafrika und sogar für einige ganz harte Flugkünstler, gibt es eine „Safari Reise“ bis nach Südafrika (ca.9‘000km). Da könnte bei uns Menschen schon ein bisschen Neid aufkommen, da der Flug nicht CO2 belastet ist, mit der Ausnahme der verdauten Mäusen, Fröschen und Würmern.

 

Es muss schon herrlich sein, sich einfach mit wenigen Flügelschlägen in der Thermik auf grosse Höhen zu schrauben und sich dann, mehrere hundert Kilometer wie ein Segelflieger ohne Kraftanstrengung treiben zu lassen. Diese Flugtaktik wird solange wiederholt, bis das Ziel am Horizont erscheint.

 

Leider werden viele Jungstörche, aber auch Erwachsene, diese Reise nicht überleben und nicht mehr zu uns zurückkehren. Die Gefahr ist gross, dass sie in Stromleitungen mit der tödlichen Elektrizität in Berührung kommen, oder von Menschen im Süden abgeschossen und auf Müllhalden vergiftet werden.

 

Die Jungstörche werden uns, wenn sie Überleben, erst in ca. vier Jahren bei den Horsten, wo sie geschlüpft und aufgewachsen sind wieder besuchen. Erst dann, sind sie Fortpflanzungsfähig und theoretisch bereit eigene Küken aufzuziehen.

 

Ich sage extra theoretisch, weil ich in diesem Jahr die Beobachtung gemacht habe, dass trotz sehr guter Horst Belegung nur wenige Störche, Junge grossziehen konnten. Einige wenige, sind sicher auch vom kalten Wetter überrascht worden und ein zweites Gelege gibt es bei den Störchen nicht. Oder vielleicht wussten die „Teenager“, doch noch nicht so genau wie man eine Familie gründen kann.

 

Im Nestbau waren sie aber sehr fleissig und kompetent. Ein Beispiel ist der 2.Host im Kreisel von Neeracherried ZH. Jeder „Menschliche“ Architekt hätte von einem Bau bei dieser komplizierten und schwierigen Sachlage abgeraten. Doch die zwei haben es geschafft – einen Familiensitz mit einem Küken aufzubauen. Ein bisschen schräg aber immerhin für eine Saison doch recht stabil. Vielleich wird im nächsten Jahr die Schräglage noch auskorrigiert.

 

Auch in der Storchensiedlung haben es nur zwei Paare geschafft (Horst Nr.5 & 6) ihre Küken bis zur Selbständigkeit aufzuziehen. Positiv war auch der Erfolg auf allen Kirchendächer im nahen Unterland. Sogar im neuen Horst „Höriried“ mussten die Eltern drei Jungvögel betreuen.

 

Bei den Enten in der Storchensiedlung, hat leider nur eines überlebt. Die gute Nachricht, im Moment gibt es aber wieder vier neue Entenküken. Hoffen wir, dass alle vier überleben und nicht auch Opfer der Natur werden. Platz hätte es ja jetzt genug, in den zwei neuen Entenhäuschen. —   (Gesponsert vom Migros Kulturprozent). Nun wünsche ich Euch auch in der kommenden Zeit viel Freude an unserer Vogelwelt im Zürcher Unterland.

 

  Eine tolle Leistung von unseren Märchenvögeln !!

     Horst Nr. 3  leider keine Jungmanschaft

Die Storchenkinder im Horst Nr,5 & 6

  

Die Storchenkinder im Horst Nr,5 & 6

  

    9101 Flug Km - Entfernung von Zürich nach Kapstadt

      Kalorienverbrauch eines Menschen von 62 Kg Körpergewicht

                    auf der Reise von Zürich nach Kapstadt

           Radfahren: 834‘986 kcal   // Laufen:803‘354 kcal // Joggen: 771‘722 kcal

 

      CO2 Emission für den Flug eines Menschen von Zürich nach Kapstadt

                              Flugzeug: 2900.26kg  oder  48‘620 Bäume

 

                                        verteilt auf 300 Passagiere pro Person:

                                   ca.10kg CO2  oder  ca. 162 Bäume

Die Baumeister im neuen Horst  Nr.2 am Kreisel Neeracherried ...

  

       ... und nach dem Richtfest !!!

  

Auch vier Entenküken sind geschlüpft